Können Maschinen Bewusstsein erlangen?

Seminar
22.10.2026 - 06.11.2026
Donnerstag, 15:20 Uhr
hybrid: TH Mannheim - John-Deere-Straße 81 (Gebäude V), 68163 Mannheim

und alternativ online

Dr. Dr. Johannes Lierfeld

Dozent

Dr. Dr. Johannes Lierfeld promovierte 2015 an der Universität zu Köln in Philosophie. Neben der Hochschullehre ist er auch als Autor und Unternehmer aktiv.
In seiner Forschung und seiner Tätigkeit als Schriftsteller beschäftigt er sich unter anderem damit, wie sich der digitale Fortschritt - insbesondere die Entwicklungen bei Künstlicher Intelligenz - auf unsere Gesellschaft und ihr Wertesystem auswirken.

Antworten aus zweitausend Jahren Geistesgeschichte

Was ist eigentlich unser Bewusstsein? Wie entsteht es? Was unterscheidet es von anderen Bewusstseinsformen? Und warum können wir es nicht messen? Im Zeitalter künstlicher Intelligenz wird nicht nur die Frage nach der Ontologie der Intelligenz selbst neu gestellt, sondern auch nach der unseres eigenen Bewusstseins. Doch diese Debatte führt uns tief in den Kaninchenbau der eigenen Begriffe.
Jahrtausenden der Geistesgeschichte gibt es auch heute weder allgemeingültig akzeptierte Definitionen von Bewusstsein noch trennscharfe Abgrenzungen zu anderen Bewusstseinsformen. Mit der Frage unseres Bewusstseins stellt sich auch die Frage nach seiner Entstehung aus Materie. Das Technikbeispiel der Brain-Computer Interfaces zeigt hier eine Limitation, denn obwohl „BCIs“ nahezu sämtliche Hirnprozesse messbar machen, bleibt die „Erste-Person-Perspektive“ unzugänglich, und der „epistemic gap“ erscheint unüberwindbar. Weder dualistische Ansätze, die am Leib-Seele-Problem festhalten und Körper und Geist als zwei getrennte Sphären betrachten, noch die monistische Alternative, die keinerlei Trennung zwischen dem Physischen und Mentalen vornimmt, konnten bislang dieses „harte Problem des Bewusstseins“ (nach David Chalmers) widerspruchsfrei auflösen. Handelt es sich vielleicht gar nicht um eine technologisch lösbare Problematik, sondern könnte dieser Unzugänglichkeit der subjektiven Sphäre der Qualia möglicherweise eine noch unerforschte physikalische Gesetzmäßigkeit zugrunde liegen? Die Lehrveranstaltung geht der Spur des Bewusstseins bis in die Anfänge der Geistesgeschichte nach, um neue Impulse und mögliche Antwortversuche auf dieses „große Welträtsel“ (nach Emil du Bois-Reymond) zu erarbeiten und dadurch eine eigene, fundierte Perspektive auf die Frage nach Bewusstsein in Maschinen zu entwickeln.

Termine:
Donnerstag, 22.10.2026, 15:20 Uhr - 18:30 Uhr
Freitag, 23.10.2026, 15:20 Uhr - 18:30 Uhr
Donnerstag, 05.11.2026, 15:20 Uhr - 18:30 Uhr
Freitag, 06.11.2026, 15:20 Uhr - 18:30 Uhr

Veranstaltungsort:
Das Seminar findet parallel online und vor Ort an der TH Mannheim, John-Deere-Str. 81, Gebäude V statt.
Bei der Anmeldung müssen Sie sich verbindlich für eines der beiden Formate (Online/Präsenz) entscheiden.
Für jedes Format stehen 10 Plätze zur Verfügung. Da das Anmeldesystem die Anmeldungen nicht unterscheiden kann, kann es passieren, dass Sie zunächst für ein Format zugelassen werden und anschließend auf das andere Format umgebucht werden. Sie können Ihre Anmeldung dann aber zurückziehen.

ECTS:
2 ECTS (aktive Teilnahme und Hausarbeit, benotet)

Ethikpunkte (EP) für das Ethikum:
30 EP

Anmeldeschluss: Sonntag, 11. Oktober 2026
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