Der Stein der Weisen

Goya Bild Capricho 43
Seminar
16.10.2026 - 10.12.2026
Freitag, 16:45 Uhr
online
Porträt Klaus Scherzinger

Prof. Dr. Klaus Scherzinger

Dozent

Dr. Klaus Scherzinger, Studium der Biologie (Diplomabschluss) und Studium der Philosophie und mittelalterlicher Geschichte (Magisterabschluss), Promotion in Philosophie. Autor und Lehrbeauftragter, u.a. seit vielen Jahren an der Universität Freiburg, bis 2025/26 Professor im Studiengang Medienmanagement an der Macromedia University of Applied Siences in Freiburg und Frankfurt. Langjährige Arbeitsschwerpunkte: Wissenschaftstheorie, Medien- und Kommunikationstheorie, Erkenntnistheorie und Ontologie, Ethik, Nachhaltigkeitstheorie, Naturethik, Technikethik, Bioethik, Medizinethik, Neuroethik.

Warum wir nicht tun, was wir tun sollen

Regelkenntnis ist das eine, die Regeln umzusetzen, wenn es darauf ankommt, ist das andere. Schon Kant war vertraut mit dem, was Psychologen heute die Einstellungs-Verhaltenslücke nennen. 1773 schrieb er in einem Brief an seinen Freund Markus Herz: “Urteilen kann der Verstand freilich, aber diesem Verstandesurteil eine Kraft zu geben, dass es Triebfeder werde, den Willen zu bewegen, die Handlung auszuüben, das ist der Stein der Weisen.”
Am Beispiel eines Handelns, das sich ausrichten will am ethischen Konzept der Nachhaltigkeit, macht sich das Seminar auf die Suche nach Kants Stein der Weisen. Dazu werden wir das Gebiet ethischer Argumentationen verlassen müssen, um uns auseinandersetzen zu können mit der Psychologie, mit ihren Antworten auf die Frage nach der menschlichen Verhaltenssteuerung und damit, wie diese Verhaltenssteuerung beeinflusst wird durch Angst, Unsicherheit, Willensschwäche, Gleichgültigkeit, Gewissenlosigkeit, Machtstreben, Verführbarkeit usw.
Auf der Basis dieser Auseinandersetzung werden sich nicht nur individuelle Hilfestellungen ableiten lassen zum Beispiel zur Frage, wie man herausfinden kann aus lähmender Zukunftsangst oder wie es gelingen kann, sich selbst zum ethisch gebotenen Handeln zu verführen (z.B. Grüner Hedonismus), wir werden auch verstehen lernen, wie sich Schwäche und Korruptionsanfälligkeit der Vernunft (Stichwort: Dialektik der Aufklärung) auf kollektiver Ebene fortschreiben bzw. wie der “Schlaf der Vernunft” (Goya) auch beim gesellschaftlichen, staatlichen oder unternehmerischen Umgang mit der Natur “Ungeheuer gebären” kann. Einige dieser Ungeheuer werden wir benennen (Warenfetischismus, Grüner Extraktivismus usw.).

9 Termine:
Donnerstag, 16. Oktober 2026, 16:45 - 19:15
Donnerstag, 23. Oktober 2026, 16:45 - 19:15
Donnerstag, 30. Oktober 2026, 16:45 - 19:15
Donnerstag, 05. November 2026, 16:45 - 19:15
Donnerstag, 12. November 2026, 16:45 - 19:15
Donnerstag, 19. November 2026, 16:45 - 19:15
Donnerstag, 26. November 2026, 16:45 - 19:15
Donnerstag, 03. Dezember 2026, 16:45 - 19:15
Donnerstag, 10. Dezember 2026, 16:45 - 19:15

ECTS:
2 ECTS: (aktive Teilnahme, unbenotet)
3 ECTS (zusätzlich Hausarbeit in Abstimmung mit dem Dozenten, benotet)

Ethikpunkte (EP) für das Ethikum:
30 EP (unbenotet)
45 EP  (benotet)

Anmeldestart: Dienstag, 01. September 2026
Anmeldeschluss: Sonntag, 11. Oktober 2026
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